Parker und die Buchhaltung

Die nächste Lieferung für 2012 ist eingetroffen. Von einem meiner Lieblingswinzer. Freitag nachmittags. Das will was heissen. Es gibt ja doch noch Firmen zu solch unchristlichen Zeiten arbeiten. 18 Flaschen beste burgenländische Weine welche sogar Robert Parker zum Jubeln gebracht haben. Vielmehr noch hat er manche davon auf die Stufe eines Châteaux Mouton, Rothschild oder Petrus gestellt. Kenner wissen wovon ich rede und Punkte-Experten wissen was 94 Parker-Punkte bedeuten. Ist mir jedoch egal. Ich werde jeden einzelnen eingehend “erforschen” und in gewohnter Weise darüber berichten. Und jetzt mache ich mir einen gemütlichen Sonntag und mache die Buchhaltung.

Imbiss-Kultur vom Feinsten

Wie versprochen der Bericht über den Club of Plenty und die Künstlerköche von AO&. Ein Genusserlebnis der Extraklasse.

Die Künstlergruppe AO& (Thomas A. Wisser, Philipp Furtenbach, Philipp Riccabona und Rainer Fehlinger) stellt sich dem seelen- und freudlosen Prozess der raschen ‘Nahrungsaufnahme’ mit einem Konzept entgegen, wie es erfrischender, authentischer und aussergewöhnlicher nicht sein könnte. Das beginnt schon damit, dass man den Ort wo die Gruppe grade aufkocht, suchen muss. Keine Werbung, keine Hinweise, versteckt, irgendwo in einer von irgendwem zur Verfügung gestellten Location. Das kann in einer Galerie in New York oder in einem Container in einem Steinbruch sein, es kann in einer aufgelassenen Brotfabrik oder in einer herunter gekommenen Lagerhalle in Barcelona sein. Eines haben all diese Orte aber gemeinsam; sie werden von AO& zuerst adaptiert, umgebaut, neu gestaltet. Aktuell kochen die drei in der Wiener Innenstadt in einer ehemaligen Boutique, welche sie zu einer Art Katakombengewölbe umgestaltet haben, gross auf und zeigen den Gästen was es heisst, auch den einfachsten Imbiss auf ein Genussniveau höchster Qualität zu bringen.

Schon der Eintritt ist ein Erlebnis besonderer Art. Man steht sofort in der Küche. Mittendrin, zwischen Gästen die sich bereits ins obligatorisch auszufüllende Gäste-Registrierbuch eingetragen haben. Danach kann man wählen wo man sich dem Genuss hingeben will. Bleibt man gleich in der Küche stehen und schaut den ‘Köchen’ bei der Arbeit zu, oder begibt man sich an den einzigen Tisch im eigens umgebauten Bereich, der in Form einer überdimensionalen Tafel den Raum füllt.

Man sitzt dann auf breiten Sofabänken, weich und gemütlich und findet sich ganz plötzlich in einer Welt wieder, wo die Zeit keinen Zutritt hat. Als hätte man sie einfach draussen gelassen. Hier steht der entspannte Genuss, das Wieder-Entdecken von ‘Nahrung zu sich nehmen’ und seinen Imbiss zu ‘zelebrieren’ im Vordergrund. Wer sich dazu entschlossen hat hier Platz zu nehmen, der ist auf seinem Weg Essen wieder mehr zu ‘erleben’ einen Schritt näher gekommen.

In der Küche wird gekocht, richtig gekocht, und man riecht was in den Töpfen schmort und köchelt. Man hört die Messer hacken, den Mixen rühren und ist Teil dieses Prozesses. Was hier auf den Tisch kommt ist allerfeinste Ware, kein Industriefutter, keine nicht zu identifizierenden Lebensmittel aus China, Ecuador oder aus Botswana. Regional, gute und auch selbstgemachte Lebensmittel finden hier ihren Weg in die Töpfe und Pfannen und was dann in der Schüssel und am Teller landet ist das, was man gemeinhin als ‘richtigen Imbiss’ bezeichnet.

Zum Essen gibt es übrigens nur was es gerade gibt. In meinem Fall war das ein Haus- und handgemachtes Szegediner Gulasch, bei uns auch als Krautfleisch bekannt und leider allzu oft auf besagte zwei Zutaten reduziert. Dieses Szegediner Gulasch allerdings entpuppte sich als Leckerbissen allerfeinster Güte. Ohne auf die einzelnen deliziösen Details einzugehen nur soviel; das Fleisch darin war weich wie Butter und zerfiel schon nur beim Hinsehen.

An der ‘Tafel’ herrscht eine Form von Harmonie wie man sie in einem Wirtshaus oder ähnlichen Lokalen nicht findet. Hier finden sich Menschen aller Schichten zu etwas zusammen was verloren gegangen schien, vielleicht auch ist. Man zelebriert gemeinsam was einem hier geboten wird, tauscht sich über Ess- und Genusskultur aus, legt einen Zwischenstopp in der Küche ein und schaut was in den Töpfen köchelt, trinkt ein Glas Wein mit dem Koch, oder dem Künstler, und tauscht sich ungezwungen über den Genuss an sich aus.

Wer glaubt dieses ‘Stehachterl’ mit billigem Massenwein tun zu müssen wird auch hier überrascht. Man kredenzt die besten Weine Österreichs, unter anderem von Winzern mit Weltruf wie Roland Velich (Moric) und Uwe Schiefer (Szapary, Pala, etc.). Ausgeschenkt in Zalto-Gläsern aus der weltberühmten Waldviertler Glasmanufaktur. Wer einmal Wein aus diesen Gläsern getrunken hat wird kein anderes Glas mehr wollen. Auch das gehört bei AO& zur Genusskultur und untermauert deren Idee, Genuss und Qualität zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen und einen Imbiss zu einem richtigen Event werden zu lassen. Verbunden mit dem aussergewöhnlichen Erlebnis in eine andere Welt eintauchen zu dürfen, ein wenig ‘back to the roots’ zu kommen und sich vom rasenden ‘Zeitverbrauch’ ein wenig zurück zu holen.

Wer nun berechtigt glaubt, dass soviel Genuss einen ebenso entsprechenden Preis haben muss, der wird zum dritten Mal überrascht. Im positivsten Sinne. Denn für ein vorzügliches, aus frischesten Zutaten hausgemachtes Szegediner Gulasch und zwei Gläser feinsten Weines einen Betrag von gerademal 11 Euro entrichten zu dürfen, ist fast schon unanständig günstig.

Wer sich ab und zu auf ein zwei Gläser ‘Industriewein’ in gehobenen Locations in der Innenstadt niederlässt der weiss, dass in diesem Fall das Gulasch mehr als geschenkt ist. Für so viel günstigen Genuss gibt man dann gerne 15 Euro und verabschiedet sich mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Und bedauert, dass die ‘Kochnomaden’ in Kürze wieder weiterziehen, um ihre Botschaft des Genusses unters Volk zu bringen.

Einen vollständigen Bericht und alles über den aussergewöhnlichen “Club of Plenty” gibt es auch hier und hier zu lesen.

Entscheidung am Morgen

Irgendwie habe ich es in letzter Zeit mit den Schweizern. Zuerst werde ich von einer international anerkannten Weinjournalistin nach Zürich eingeladen, dann adelt mich Provins Valais und lässt mich 2012 die Weine aus ihrem Sortiment verkosten und dann kriege ich gestern auch noch eine Einladung aus Montepulciano von einem Weingut, das seit mehr als hundert Jahren mit Wein handelt und einem Schweizer gehört, der mehr als 1.000 Schweizer Mitarbeiter in Gastronomie und Weinhandel beschäftigt.

Ich glaube ich werde mich wohl doch noch bei den Eidgenossen niederlassen. Wenn da nicht alles so kleiiiiin wäre. Ich meine, Zürich ist eine wirklich tolle Stadt, ich war oft dort und werde sicher auch noch öfter rausdüsen. Der See mitten in der Stadt ist grossartig und die Bahnhofstrasse ein Genuss. Das Dörfli ist auch immer wieder lustig, aber kaum dreht man sich zweimal um, ist man aus der Stadt raus und im Gemüse unterwegs. Nicht dass das nicht auch schön ist, aber irgendwie ist alles so eng.

Basel wäre eine Alternative. Aber dort ist alles noch kleiner und enger. Eine wunderschöne Altstadt, wie in vielen Städten, aber kaum da raus ist alles nichts weiter als aneinandergereihtes Wohngebiet. Ausserdem ist mir dort zuviel Chemie in der Luft. Und Bern? Da versteh ich keinen Menschen, weshalb Genf schon gar nicht in Frage kommt. Obwohl Genf wäre sicher auch was ganz Feines. Ausserdem ist mir dann Italien schon zu nah, was andererseits zu gefährlich für mich ist. Dolce vita und das viele gute Essen und Trinken. Lebensgefährlich!

Also vielleicht doch Südfrankreich. Ich kann zwar kein Französisch, aber was soll´s. Vielleicht macht gerade das den Reiz an der Sache aus. So hört man nicht was die Luete für Blödsinn verzapfen und kann sich einfach an der Sprachmelodie erfreuen. Ist nämlich eine schöne Sprache. Ich glaube aber, dass mir das dann nach ein paar Monaten beim Hals raushängt und ich weiter ziehen müsste. Nur, keine Ahnung wohin.

Wie es aussieht, wird das wohl noch eine ganz schwere Kiste werden. Ich bin nur froh, dass ich bis dahin noch genug Wein im Haus habe und mich vielleicht über den Geschmack und die damit verbundene Inspiration dem Ziel annähere. Ich will halt wie üblich ALLES. Und das GLEICH. Und nein, ich bin keine Frau!

Glühwein, WHAM und Weihnachtskarten

So, der zweite Kaffee ist eingenommen und jetzt geht´s ans Tageswerk. Nächste Woche, genau genommen ab Donnerstag, geht es offiziell los mit dem Weihnachtswahnsinn. Dann ist der 1. Dezember und es werden wieder jeden Tag die Türen aus den unterschiedlichsten Kalendern gerissen. Oft auch zwei. “Die Neugier is a Hund”, sagen wir bei uns hier. Gerade läuft wieder der Schinken “…and so this is christmas…” im Radio. Irgendwie einer der ganz wenigen Xmas-Songs die ich mag. Alles, nur nicht WHAM, bitte!

Ab morgen werden dann schon mal die Weihnachtsgrusskarten vorgearbeitet, damit sie dann in einem Aufwaschen an Kunden, Freunde und andere Haustiere verschickt werden können. Ja, ich verschicke richtige Weihnachtskarten. Aus Papier. Mit meiner eigenen Handschrift Klaue drin. Und mir geht der Umweltschutz dabei ziemlich am Hintern vorbei. Ich finde es einfach persönlicher als seelenlose e-mails zu versenden von denen sowieso jeder mindestens 497 bekommt. Ohne den üblichen zusätzlichen Junk.

Hier wird also gebastelt ab morgen. Der Vorteil davon ist, dass ich mich dann ab Donnerstag den wirklich wichtigen Dingen kann. Nämlich die Christkindlmärkte abzugrasen und Stichproben der ausgeschenkten Punsch- und Glühgetränke zu nehmen. Man kann da nie vorsichtig genug sein. Vielleicht fange ich auch schon heute damit an.

Grüner Nachwuchs

Wenn so der grüne Nachwuchs aussieht müssen wir uns keine Sorgen machen, oder?

Prinzipien

Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere. (Groucho Marx)

Ich ziehe in den Krieg

Schon wieder die Amis! Schön langsam reicht es mir. Wenn sie nicht mehr weiter wissen bomben sie einfach irgendwo was nieder. Kann auch länger dauern. Wenn sie kurz vor der Pleite stehen drucken sie einfach mal ein paar Terzillionen Dollars nach und schon ist das Problem gelöst. Und wenn die Kanacken in Nordkorea wieder mal den Hintern heben gibt´s eine auf den Deckel. Alles normal, alles Kinkerlitzchen.

Aber DAS jetzt, das schlägt dem Fass den Boden aus. Still und heimlich – wie immer – haben sie nämlich die biologische Kriegsführung begonnen und uns ihre Rebzikade auf den Hals, besser gesagt auf die Rebstöcke gehetzt. Die amerikanische Rebzikade, wohlgemerkt. Und die breitet sich nun fröhlich in unseren burgenländischen Weingärten aus. Nachdem sie die steirischen bereits abgegrast hat.

So wollen uns also die kalifornischen Winzer überrollen. Einfach diese kleinen Biester aussetzen und nach einem oder zwei Jahren Ernteausfällen überschwemmen sie uns dann mit ihrem billigen Sauvignon und Zinfandel. Ratten. Alles Ratten, sag´ ich nur. Nichts ist mehr sicher vor den Amis. Wenn jetzt auch noch der österreichische Wein d´raufgeht dann werd´ ich aber richtig böse. Es reicht, endgültig. Ich erkläre denen jetzt den Krieg. Wie und mit welchen Waffen ich den führen werde weiss ich noch nicht. Aber ich werde. Soviel ist mal sicher.

Die Vergessenen

Sehen aus als wären Sie irgendwie “übrig geblieben”. Als hätte man sie vergessen.

Kunstwerk “Seebühne” Bregenzer Festspiele

Es ist schon komisch. Was im eigenen Land (speziell hier in Wien) gar nicht so richtig wahrgenommen wird wirkt umso mehr, wenn man darüber in ausländischen Medien oder Blogs liest. Ein Beispiel dafür ist die imposante und beeindruckende Gestaltung der Seebühne der Bregenzer Festspiele. Alle Bilder gibt es hier. Foto via AP/Rudi Blaha.

Ludmilla

Mein absoluter Lieblingssong von Patent Ochsner. Ab 3:40 könnte diese Nummer von mir aus im Endlos-Repeat-Mode weiterlaufen. Ich liebe diese Nummer.

Über Zeitungen

In diesen Papieren liegt die große Klugheit des Papalagi. Er muss jeden Morgen und Abend seinen Kopf zwischen sie halten, um ihn neu zu füllen und ihn satt zu machen, damit er besser denkt und viel in sich hat.

Auszug aus “Der Papalagi – Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea”. Leseempfehlung für alle die einmal wieder ein wenig neben der Spur denken wollen.

Phi Phi Island – Rückblick

Phi Phi Island wäre echt wieder mal einen Trip wert. War schon eine super tolle Zeit dort.

Julia Roberts wird verboten

Es ist schon komisch in was für einer Zeit wir leben. “Früher” als Photoshop in den Grafik-Agenturen Einzug gehalten und noch ein wirkliches Vermögen gekostet hat, war man von den Einsatzmöglichkeiten richtig angetan und Könner liessen voll die Sau raus wenn es darum ging “kreativ” zu werden. Dann kam man irgendwann drauf, dass “Testimonials” die Werbewirkung erheblich erhöhen und es begann das Zeitalter der Supermodels und sonstigen makellosen Kunstgestalten. Natürlich “gephotoshopt” bis zum Anschlag. Fettpölsterchen wurden wegretuschiert, Krähenfüsse gelöscht und zu kurze Beine einfach verlängert. Augenfarben je nach Trend modifiziert und an die Kleidung angepasst und Falten gab es gar nicht. Der Mensch alterte ab sofort nicht mehr. Photoshop sei Dank.

Die ganze Sache hat sich beute dahin entwickelt, dass uns von Plakaten, in Hochglanz-Magazinen und Prospekten, auf Verpackungen und sonst noch wo nur mehr perfekte Gesichter entgegen grinsen. Keine Spur von Alterung, egal wie alt man auch ist, keine Spur von Leben im Gesicht, auch wenn dieses bereits zehn und mehr hinter sich hat und trotz 50, 60, 70 Jahren keine Spur von Alterung zu sehen. Photoshop sein Dank. Gerade die Beauty-Industrie bedient sich dieses kreativen Werkzeugs exzessivst.

Heute sieht man keine Menschen mehr. Das ganze Weltbild was Schönheit und Jugend betrifft zeigt nur mehr “Avatare” von Menschen wie sie einmal ausgesehen haben, oder einmal ausgesehen haben könnten. Oder einfach aussehen sollen um einem Ideal zu entsprechen, das es gar nicht gibt. Gephotoshopt bis nichts mehr als eine kunstvolle Illustration übrig bleibt. Makellos, perfekt und vor allem… ohne Falten.

Jetzt beschwert man sich in England darüber, dass Julias Roberts für die Lancôme-Anzeigen zu stark “retuschiert” wurde und das Bild deshalb zu sehr von der Realität abweicht. Man gaukelt der Jugend damit falsche Erwartungen vor. Deshalb will man diese Werbung verbieten. Geht ja gar nicht!

Was ich mich frage ist jedoch: “Kommen die Briten tatsächlich erst jetzt drauf, dass diese Praxis, die seit fünfzehn Jahren Usus ist, noch irgend jemand kratzt? Glaubt man auf der Insel tatsächlich, dass es dazu nicht ein wenig spät ist den Finger zu heben unter dem Deckmäntelchen des Jugendschutzes? So um ungefähr zehn Jahre? Und stellt sich vielmehr nicht generell die Frage, warum es der Werbung überhaupt erlaubt ist uns “Produkte” (in diesem Fall Gesichter) zu präsentieren, die keine Creme, kein Peeling und keine Lotion der Welt in der Lage ist zu erschaffen. Das kann nur Photoshop in Kombination mit einem Grafiker. Daran ändert auch die Wissenschaft nichts.

Ich gehe heim

5 Themen-Artikel und 22 Vorspänne geschrieben. Mir reichts für heute. Ich bin platt und leer. Zum runter kommen wird jetzt gemütliche Musik gespielt. Aus einer Zeit in der der Rock ´n´ Roll noch lebte und Janis noch kein Mitglied im “Club 27″ war.

Eintritt nur für Mitglieder

So etwas von überhässlich, dass es schon wieder irgendwas Schönes an sich hat.

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FÜR WEINFREUNDE & GENIESSER

STICHWÖRTER