Facebook für die nächste Generation

Der Wahnsinn Facebook geht in die nächste Runde und rüstet für die “neue” Generation auf. Eltern, oder Personen die im Begriff sind solche zu werden sind, können nun auch ihre noch ungeborenen “RL-Updates” der weltweiten Öffentlichkeit unter die Nase reiben. Was hätte die Welt da wieder versäumt. Wenn man bedenkt, dass aktuell so um 600-700 Millionen Menschen beim grössten Datensammler und -verwerter des Planeten Mitglied sind, dann kann man sich auch leicht ausrechnen, was das für die Werbeindustrie heisst.

Noch bevor der kleine Schreihals da ist werden sich Babyausstatter, Babydurchfütterungsproduzenten und Babykrankheitsvorbeuger, -heiler und -helfer melden und einem ihre gesammelten umweltfreundlichen Produktlawinen um die Ohren hauen, dass man nur mehr Rasseln rasseln hören wird.

Nach dem freudigen Ereignis, so es eines war, werden dann Milliarden von Glückwunschtelegrammen eintrudeln und einem vom umweltfreundlichen Kinderspielzeug in Form eines Baby-Burgers bis hin zur Sensibilisierungsmusik von den Baby-Foo-Fighters alles angeboten werden was eigentlich verboten ist. Vor allem aber alles was vollkommen unnötig ist. Ausser die Baby-Diet Coke. Als Ersatz zur fetten Muttermilch.

Versicherungen werden einem die Türen einrennen und einen versuchen davon zu überzeugen wie wichtig es ist schon jetzt, wo der Balg nicht einmal noch trocken ist, die Matura-, High School- oder sonstige lebenswichtige Ausbildungsversicherung abzuschliessen. Und gleichzeitig die bestehende Lebensversicherung zu erhöhen. Kinderstress kann tödlich enden. So man keine hat gibt es diese im Paket billiger.

Zum ersten Geburtstag wiederholt sich das Spiel und man wird daran erinnert, dass der kleine Racker endlich von seinem Kacktopf herunter gehört und lernen muss sich wie ein Mensch seines innerlichen Mülls zu entleeren. Für jene die länger brauchen gibt es aber die Windel mit sechsfachem Auslaufstopp. Online bestellbar. Zum Glück!

Gleichzeitig wird man daran erinnert zur nächsten Untersuchung und zur allgemeinen Immunisierung der Krächzer zu gehen. Kinderkrankheiten kosten schon beim Auto jede Menge Kohle, bei echten Hosenscheissern kann das ein Vielfaches ausmachen.

So geht das bis zum Kindergarteneintritt weiter und wer dann noch Kohle hat, der erhält von Facebook höchstpersönlich ein eigenes Profil für seinen Nachwuchs. Mit rein pädagoschischen Inhalten ausgestattet. Selbstverständlich.

Schafft es der in der Zwischenzeit zum Alien mutierte Wonnepfropfen dann auch noch in die Schule, ist er bereits ein gut abgerichtetes Mitglied der “Gemeinde”. Funktioniert auf Zuruf und tut nur was ihm befohlen. Die Eltern sind in der Zwischenzeit der Sekte “Virtuelle Glückseligkeit” beigetreten und erhalten von Facebook Lebensmittelmarken. Mehr brauchen sie im Sanatorium “Zur binären Erleuchtung” nicht. Zwei Stunden täglich Like-Buttons drücken, den Rest des Tages haben sie “off” und können sich frei am “Campus der Freunde” bewegen.

Ach ja, und sollten sie es nicht bis dorthin schaffen, dann sorgt der Arbeitgeber dafür, dass die Mutter die noch keine ist, am besten gleich morgen gefeuert wird, bevor sie nach Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft unkündbar wird. Wäre doch gelacht wenn man sich so nicht noch rechtzeitig von schwangerschaftsanimosimierten Mitarbeiterinnen trennen könnte. Der neue Posten des “Pränatalen Forecast Managers”, den man extra dafür geschaffen hat, rechnet sich schon im ersten Jahr und spart zugleich auch Nerven.

Am Ende bliebe dann noch das Übel Staat, welchem es somit ein Leichtes wäre Geburtenraten besser zu prognostizieren und zukünftige Steuereinnahmen leichter und effizienter berechnen zu können. Das ist nicht zu unterschätzen, liebe Steuerzahler! Mit diesen Daten könnte man das Pensionssystem anpassen. Wenn man wollte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Facebook rocks!
In jeder Hinsicht.

Ich weiss, wer Du bist

Wer nicht vollkommen blauäugig, naiv und restistent gegenüber jeglicher Form von virtueller Manipulation durchs Leben läuft, dem könnte anhand der neuesten Berichte über Facebook schon etwas flau werden. Ohne in totale Paranoia zu verfallen hat es aber fast schon den Anschein, als wäre Facebook eine gemeinsame “outgesourcte” Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Pentagons, der NSA, des CIA und sonstiger amerikanischer demokratisichernder Organisationen.

Wenn man sich aber einmal überlegt was Unternehmen, Behörden und andere offizielle und “nicht ganz so offizielle” Stellen damit anfangen und vor allem anstellen können (und auch werden), dann ist es wohl besser wirklich alles zu negieren und sich weiter hinter der intelliegentesten aller Ansagen, nämlich jener “wer nichts zu verstecken hat, der hat auch nichts zu befürchten” zu verstecken. Nur die grössten Naivlinge können glauben, dass das wirklich eine sichere Lösung ist. Aber diese intelligenten Köpfe glauben ja auch an den Weihnachtsmann und geben auf Anforderung ihre Kontodaten ein um die AGBs von PayPal zu bestätigen. Selbstverständlich nur zu ihrer Sicherheit.

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