Der Lachs der Begierde

Na, alle den Heilig Abend mit Würde und Anstand verbracht? Keine Dramen und keine Zimmerbrände verursacht? Gut! Dann gibt´s zur Belohnung Fisch. Besser gesagt Lachs. Nach den Feiertagen wird ein wenig Omega-Fettsäure ganz gut tun und abnehmen ist dann sowieso wieder einmal angesagt. Auf Punchfork.com gibt es die besten Rezepte dafür. 706 um ganz korrekt zu sein. Guten Appetit. Ach ja, Jopie Heesters ist tot, aber das hatte ich ja schon Anfang der Woche geschrieben.

Die Blaue Taube

Heute Nachmittag, halb zwei oder so, als ich das
Auto waschen ließ, kam eine blaue Taube spastisch durch die Luft gesegelt,
knallte auf den Asphalt und lag mit gespreizten Flügeln da,
ein Auge offen, zitternd, am Ende.

Ich ging zum Wagen, wo die Jungs grade die Fensterscheiben ablederten,
da brauste ein Camaro vorbei und überfuhr die Taube.
Einer der Jungs sagte unwillkürlich »herrje!« als er den roten Schmierfleck sah.
Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

Ich gab ihm einen Vierteldollar Trinkgeld und fuhr in östlicher
Richtung den Hollywood Boulevard lang, dann rechts ab in die Vermont.

Ein Gedicht von Charles Bukowski

Ich wünsche allen ein gesegnetes (von wem auch immer) sowie frohes, besinnliches und vor allem lukullisch zufriedenstellendes Weihnachtsfest. Möge der Wein gut sein, der Whisky nicht ausgehen und Oma sich nicht an einem Keks verschlucken!

Frohes Fest

Mit einem der aussergewöhnlichsten Performance-Künstler der modernen Popgeschichte.

Unangenehm

Es gibt genau EIN Wort, welches ich NIEMALS NICHT auf den ersten Versuch richtig, ohne Fehler oder sonstwas tippern kann. Und das ist UNANGENEHM! Echt Scheisse!

Es ist Weihnachten

Okay, morgen ist es also wieder soweit. Irgendwie macht mir dieser Tag jedes Jahr mehr Angst. Überall herrscht so eine komische Stimmung. Als würde man das ganze Jahr genau auf diesen einen Tag zuwarten und ihn herbei sehen um wieder einmal so richtig andächtig oder was auch immer sein zu können. Das ganze Jahr rennen die Leute wie die Irren durch die Gegend, sind unfreundlich, genervt und hektisch und just zu Weihnachten soll und will jeder alles vergessen und “entspannt” sein. Auf Knopfdruck. Es ist ja Weihnachten. Mir kommt das vor wie im Fasching, wo alle halbwegs normalen Menschen am 11.11. pötzlich zu Idioten werden und sich aufführen als wären Sie grenzdebil. Vielleicht sind wir das ja alle schon.

Morgen ist also wieder das “Fest der Liebe”. Egal ob Daddy die Alte noch liebt oder nicht, morgen ist man friedlich und gönnt ihr einen Quickie. Oder man ist so besoffen, dass man nichts mehr anstellen kann. Auch eine Lösung. Kinder werden unter den mickrigen Grünstauden sitzen und bis über beide Ohren lächeln, oder heulen. Je nachdem was unterm Baum liegt, oder was nicht. Männer werden wieder millionenfach gute Miene zu bösem Spiel machen wenn sie das hundertste Paar Socken oder die zehnte unmögliche Krawatte ihrer Schwieger, Schwager- oder sonstigen Mütter erhalten und Millionen Frauen werden sich über den vierzehnten Kochtopf, Mixer oder sonstigen Küchenmüll freuen. Zeigt man Ihnen doch damit wo ihr wirklicher Platz ist. Oder wo man(n) sie sich wünscht.

Innerhalb weniger Tage werden Millionen Menschen auf der ganzen Welt mindestens 10% ihres Körpergewichts zunehmen und wie jedes Jahr im Jänner mit der endgültigen Diät beginnen. Soll sich ja auch auszahlen wenn man sich schon so kasteien will und stopft sich deshalb in der nächsten Woche nochmal voll. Bis an den Rand. Glücklich wer die Klamotten vom Vorjahr aufgehoben hat, er wird sie brauchen.

Morgen ist also Weihnachten. Es werden wieder tausende Zimmerstauden zu Brandbeschleunigern und so manche Hütte oder Bude wird abgrebrannt sein bis auf die Grundmauern. Nach dem Motto “ist die Kohle weg brauch´ ich Wohnung auch keine mehr”. Abgebbrannt bis auf die Hose. Für manche die letzte Rettung vor dem Privatkonkurs, springt doch vielleicht die Versicherung noch rettend ein um zu retten, was lange schon verloren ist. Who knows?

Weihnachtslieder werden morgen überall zu hören sein. Bis zum Erbrechen. Und es wird wieder einmal klar, dass dieses Fest schon lange zu etwas verkommen ist, das mit Weihnachten nicht im Entferntesten etwas zu tun hat. Aber Hauptsache der Handel freut sich, die Diätprogramme verzeichnen die höchsten Zuwachsraten und die Banken reiben sich die Hände um jenen, die sich gerade noch den vierten Flachbildfernseher geleistet haben, ihnen diesen im Februar wieder wegzunehmen. Und noch mehr vielleicht. Was soll´s, man lebt nur einmal.

Morgen ist also Weihnachten. Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute, wirklich friedliche und besinnliche Feiertage, keine Kotz- oder Heulanfälle, keine Beziehungsdramen welcher Art auch immer und keine Alkohol- oder Brandschäden. Ich freue mich einfach auf ein weiteres Jahr mit Euch. Alles Gute und haltet die Ohren steif. Es ist nur Weihnachten, ein Tag wie jeder andere.

FedEx´ neue Zustellform

Ich dachte immer nur die Paketesel von DHL sind Nieten und unfähig Ware unfallfrei auszuliefern. Was aber manche Zusteller von FedEx unter “Zustellung” verstehen schlägt wohl alles bisher Dagewesene. Das Tragische an dem Fall ist aber, dass der Hauseigentümer zum Zeitpunkt der Lieferung zu Hause gewesen sei, schreibt dieser in seinem Video-Post. Laut diesem hätte die Eingangstüre offen gestanden und der Lieferant hätte nur an der Türe läuten müssen. Der Computer-Monitor der bei der rustikalen Zustellart kaputt ging, musste leider umgetauscht werden.

Wie gut nur, dass unmittelbar darauf auch gleich die Entschuldigung vom Senior Vice President per Video kommt und FedEx in Deutschland und Österreich so gut wie nicht aktiv ist. Das wäre nämlich eine echte Konkurrenz für DHL und Hermes.

Von wegen Feiertage

Endspurt! Die letzten zwei Tage vor der ultimativen Scheinheiligkeit haben begonnen. Ich habe mir grade meinen Terminplan angesehen und festgestellt, dass die Feiertage für mich so überhaupt nicht zum Feiern sind. Ich denke ich werde mich am 25. einfach mal so richtig auspennen und faul sein und danach kann ich mich gleich wieder an die Tasten stürzen und bis Jahresende alle Artikel und Konzepte fertigstellen. Nach dem Motto: “Pfeif´ auf die Feiertage, dafür kannst du das neue Jahr dann etwas gemütlicher angehen.” So werde ich es machen und gleich damit beginnen. Wo ist der Kaffee?!?!

Grüsse aus Mexico

Schön zu wissen, dass man zur Not Freunde im Distrito Federal hat und nicht völlig schutzlos ist da “drüben”. Man weiss ja nie was einem in der Stadt so passiert.

Jopie Heesters ist tot …

… wird es in Kürze in allen Medien von den Titelseiten prangen und alle werden erschüttert sein. Gestorben mit 108 Jahren. Unglaublich! Seine Fans werden fassungslos sein und es einfach nicht glauben wollen, dass es den bereits als Unsterblich geltenden nun wirklich “erwischt” hat. Am Ende ist es eine Erlösung für den Mann, der die letzten Jahre seinem Publikum nur noch als unverwüstliches Zirkuspferd verkauft wurde. In diesem Sinne jetzt schon alles Gute. Das Theater hat endlich ein Ende.

Geilste Lasagne der Welt

Das ist die geilste, kränkste und abgefahrenste Lasagne ever! Ungefähr 3 Kilo Fett, 90.000 Kalorien und definitiv nichts für Leute mit Cholesterinproblemen. Töchterchen und ich haben beschlossen, dass wir diese Monsterlasagne bei einer unserer nächsten Familienzusammenkünfte unbedingt einmal basteln müssen. Das ist einfach KRANK!

Fischsuppe & Glühwein

Gerade vom Fischsuppen-Event inklusive Fotoshooting im COP nach Hause gekommen und gleich geht es wieder weiter. Allerliebste Tochter ist mit Freund im Anflug um den Punschabsatz selbstlos zu unterstützen. Kalt wäre es ja schon mal. Jetzt fehlt nur noch der Schnee um richtig perfekt zu sein. Ich glaube ich nehme dann erst mal einen Glühwein. Wer trinkt schon Punsch zu Fisch? Bis später dann. Oder bis morgen. Oder so.

Auf zum ungeschützten Kaufrausch

Der Countdown hat begonnen. Ab heute wird finally runtergezählt! Wer bis jetzt seine Sachen nicht besiammen hat, der darf sich diese Woche dem ungeschützten Kaufrausch aussetzen und versuchen, zwischen Millionen Last minute-Shoppern das Teil seiner Wünsche noch zu ergattern. Ich schreibe heute meine zwei letzten Artikel fertig und danach gehe ich noch einmal in den COP, bevor die Truppe am 23. Dezember wieder weiter zieht. Heute gibt es ungarische Fischsuppe mit Stücken vom Zander drin und das lasse ich mir nicht entgehen. Den Weihnachtsrummel lasse ich draussen, genehmige mir einen feinen Imbiss mit einem schönen Glas Wein und am Abend geht´s mit Töchterchen und Freund noch einmal zum Punsch ausfassen. Sollte es wieder regnen, fallen wir einfach ins nächste Irish Pub ein und betrinken uns feiern ein wenig mit Guinness und fetten Burgern. Man ist ja immerhin flexibel.

Parker und die Buchhaltung

Die nächste Lieferung für 2012 ist eingetroffen. Von einem meiner Lieblingswinzer. Freitag nachmittags. Das will was heissen. Es gibt ja doch noch Firmen zu solch unchristlichen Zeiten arbeiten. 18 Flaschen beste burgenländische Weine welche sogar Robert Parker zum Jubeln gebracht haben. Vielmehr noch hat er manche davon auf die Stufe eines Châteaux Mouton, Rothschild oder Petrus gestellt. Kenner wissen wovon ich rede und Punkte-Experten wissen was 94 Parker-Punkte bedeuten. Ist mir jedoch egal. Ich werde jeden einzelnen eingehend “erforschen” und in gewohnter Weise darüber berichten. Und jetzt mache ich mir einen gemütlichen Sonntag und mache die Buchhaltung.

Imbiss-Kultur vom Feinsten

Wie versprochen der Bericht über den Club of Plenty und die Künstlerköche von AO&. Ein Genusserlebnis der Extraklasse.

Die Künstlergruppe AO& (Thomas A. Wisser, Philipp Furtenbach, Philipp Riccabona und Rainer Fehlinger) stellt sich dem seelen- und freudlosen Prozess der raschen ‘Nahrungsaufnahme’ mit einem Konzept entgegen, wie es erfrischender, authentischer und aussergewöhnlicher nicht sein könnte. Das beginnt schon damit, dass man den Ort wo die Gruppe grade aufkocht, suchen muss. Keine Werbung, keine Hinweise, versteckt, irgendwo in einer von irgendwem zur Verfügung gestellten Location. Das kann in einer Galerie in New York oder in einem Container in einem Steinbruch sein, es kann in einer aufgelassenen Brotfabrik oder in einer herunter gekommenen Lagerhalle in Barcelona sein. Eines haben all diese Orte aber gemeinsam; sie werden von AO& zuerst adaptiert, umgebaut, neu gestaltet. Aktuell kochen die drei in der Wiener Innenstadt in einer ehemaligen Boutique, welche sie zu einer Art Katakombengewölbe umgestaltet haben, gross auf und zeigen den Gästen was es heisst, auch den einfachsten Imbiss auf ein Genussniveau höchster Qualität zu bringen.

Schon der Eintritt ist ein Erlebnis besonderer Art. Man steht sofort in der Küche. Mittendrin, zwischen Gästen die sich bereits ins obligatorisch auszufüllende Gäste-Registrierbuch eingetragen haben. Danach kann man wählen wo man sich dem Genuss hingeben will. Bleibt man gleich in der Küche stehen und schaut den ‘Köchen’ bei der Arbeit zu, oder begibt man sich an den einzigen Tisch im eigens umgebauten Bereich, der in Form einer überdimensionalen Tafel den Raum füllt.

Man sitzt dann auf breiten Sofabänken, weich und gemütlich und findet sich ganz plötzlich in einer Welt wieder, wo die Zeit keinen Zutritt hat. Als hätte man sie einfach draussen gelassen. Hier steht der entspannte Genuss, das Wieder-Entdecken von ‘Nahrung zu sich nehmen’ und seinen Imbiss zu ‘zelebrieren’ im Vordergrund. Wer sich dazu entschlossen hat hier Platz zu nehmen, der ist auf seinem Weg Essen wieder mehr zu ‘erleben’ einen Schritt näher gekommen.

In der Küche wird gekocht, richtig gekocht, und man riecht was in den Töpfen schmort und köchelt. Man hört die Messer hacken, den Mixen rühren und ist Teil dieses Prozesses. Was hier auf den Tisch kommt ist allerfeinste Ware, kein Industriefutter, keine nicht zu identifizierenden Lebensmittel aus China, Ecuador oder aus Botswana. Regional, gute und auch selbstgemachte Lebensmittel finden hier ihren Weg in die Töpfe und Pfannen und was dann in der Schüssel und am Teller landet ist das, was man gemeinhin als ‘richtigen Imbiss’ bezeichnet.

Zum Essen gibt es übrigens nur was es gerade gibt. In meinem Fall war das ein Haus- und handgemachtes Szegediner Gulasch, bei uns auch als Krautfleisch bekannt und leider allzu oft auf besagte zwei Zutaten reduziert. Dieses Szegediner Gulasch allerdings entpuppte sich als Leckerbissen allerfeinster Güte. Ohne auf die einzelnen deliziösen Details einzugehen nur soviel; das Fleisch darin war weich wie Butter und zerfiel schon nur beim Hinsehen.

An der ‘Tafel’ herrscht eine Form von Harmonie wie man sie in einem Wirtshaus oder ähnlichen Lokalen nicht findet. Hier finden sich Menschen aller Schichten zu etwas zusammen was verloren gegangen schien, vielleicht auch ist. Man zelebriert gemeinsam was einem hier geboten wird, tauscht sich über Ess- und Genusskultur aus, legt einen Zwischenstopp in der Küche ein und schaut was in den Töpfen köchelt, trinkt ein Glas Wein mit dem Koch, oder dem Künstler, und tauscht sich ungezwungen über den Genuss an sich aus.

Wer glaubt dieses ‘Stehachterl’ mit billigem Massenwein tun zu müssen wird auch hier überrascht. Man kredenzt die besten Weine Österreichs, unter anderem von Winzern mit Weltruf wie Roland Velich (Moric) und Uwe Schiefer (Szapary, Pala, etc.). Ausgeschenkt in Zalto-Gläsern aus der weltberühmten Waldviertler Glasmanufaktur. Wer einmal Wein aus diesen Gläsern getrunken hat wird kein anderes Glas mehr wollen. Auch das gehört bei AO& zur Genusskultur und untermauert deren Idee, Genuss und Qualität zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen und einen Imbiss zu einem richtigen Event werden zu lassen. Verbunden mit dem aussergewöhnlichen Erlebnis in eine andere Welt eintauchen zu dürfen, ein wenig ‘back to the roots’ zu kommen und sich vom rasenden ‘Zeitverbrauch’ ein wenig zurück zu holen.

Wer nun berechtigt glaubt, dass soviel Genuss einen ebenso entsprechenden Preis haben muss, der wird zum dritten Mal überrascht. Im positivsten Sinne. Denn für ein vorzügliches, aus frischesten Zutaten hausgemachtes Szegediner Gulasch und zwei Gläser feinsten Weines einen Betrag von gerademal 11 Euro entrichten zu dürfen, ist fast schon unanständig günstig.

Wer sich ab und zu auf ein zwei Gläser ‘Industriewein’ in gehobenen Locations in der Innenstadt niederlässt der weiss, dass in diesem Fall das Gulasch mehr als geschenkt ist. Für so viel günstigen Genuss gibt man dann gerne 15 Euro und verabschiedet sich mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Und bedauert, dass die ‘Kochnomaden’ in Kürze wieder weiterziehen, um ihre Botschaft des Genusses unters Volk zu bringen.

Einen vollständigen Bericht und alles über den aussergewöhnlichen “Club of Plenty” gibt es auch hier und hier zu lesen.

Bei mir bist du scheen

Gute Laune-Musik am Freitagabend. Mit einem eisgekühlten Guinness in der Hand und den Füssen gemütlich auf der Truhe. Das Leben ist schön.

FÜR WEINFREUNDE & GENIESSER

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