Sperrstunde goes international

Manchmal tut sich doch etwas in Wien. Selbiges schickt sich nämlich endlich an einen Schritt in Richtung Weltstadt zu unternehmen. Von der man trotz allem noch meilenweit entfernt ist. Nach Jahren aufreibender Streitigkeiten will man sich nun endlich von antiquierten und längst nicht mehr zeitgemässen Öffnungszeiten verabschieden und den Discos und Clubs erlauben bis 6 Uhr früh offen zu halten. Erst dann ist Sperrstunde. OK, irgendwann muss man ja die Tempel wieder für die nächste Party auf Vordermann bringen.

Eine Entscheidung die längst überfällig war und auch absolut zu befürworten ist. Spiegelt sie doch einfach das geänderte Ausgehverhalten unserer Jugend und Gesellschaft wider. Das zu erkennen sollte einem nicht allzu schwer fallen. Auch wenn man selbst kein Teenie mehr ist und man deshalb spätetens um 2 Uhr aus der Hütte fällt weil man am nächsten Tag etwas zu tun hat. Oder einfach weiss, dass sich der Körper unbarmherzig rächen würde, bekäme er nicht seine Regenerationsphase.

Wien wäre aber nicht Wien wenn sich da nicht sofort die unheilige Ursula Stenzel wieder darüber aufregen würde. Die knattrige Bezirksvorsteherin des 1. Bezirks ist, wie üblich, gegen alles was nur den Hauch von Fortschritt oder Liberalität hat und am liebsten würde sie die City zu einem Kursalon umwandeln. Übertroffen wird Ursula, die Hüterin der “Geriatrieabteilung Innenstadt” nur noch von jenen zahlreichen Idioten, Neidern und Misanthropen, die in Form von Leserkommentaren erbost dagegen wettern und alle Jugendlichen als faule, nichtsnutze Arbeitslose, und als dauerpartyfeierndes und saufendes Volk über einen Kamm scheren und dabei vergessen, dass sie selbst vor gefühlten hundert Jahren besoffen aus jeder Disco des Landes gefallen sind. In der Regel um 5 Uhr früh, stockbesoffen und völlig pleite.

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