Die Post bringt allen was

Egal ob man das will oder oder nicht. Damit jedoch die Postfächer nicht täglich mit sechsfach gefalteten A1-Flugzetteln und Broschüren sowie sonstigem Werbematerial unterschiedlichster Unternehmen übergehen, gibt es einen von der Wirtschaftskammer zur Verfügung gestellten “Bitte keine Werbung“- Aufkleber. Wird dieser an der Wohnungstüre und/oder am Briefkasten angebracht, dann weiss der von der Post beauftragte Werbemittelverteiler, dass dieser Müll hier nicht erwünscht ist und man gefälligst Platz für echte Post lassen soll. Genau so wie die Post selbst, die diese “Dienstleistung” ja an ein der Partei nahestehendes Unternehmen “outgesourct” und damit offiziell privatisiert hat. Grundsätzlich ist das ganze aber, wie so oft im Staate, ein Fass mit einem grossen Loch im Boden. Unterliegt es doch nur einer freiwilligen Selbstbeschränkung der österreichischen Werbewirtschaft. Heisst, man soll sich daran halten, muss es aber nicht. Schon gar nicht, wenn die staatsnahen Werbemittelverteiler die einzigen sind, die im Land Werbemittel verteilen. So weit, so unspektaktulär.

Jetzt will aber die Post das alles mit einem Schlag umgehen und den Kunden mit Gewalt jeden Papiermüll aufs Auge drücken, ohne dass diese sich wehren können. Konkret werden heuer laut Briefvorstand Walter Hitziger bei der Hauptversammlung (HV) der Post AG, bereits Maschinen angeschafft, die die Broschüren bündeln und mit einem speziellen Cover versehen. Damit umgeht man auf typisch österreichische Art und Weise den Status einer Werbebroschüre. Auf diesem Weg sollen die unzähligen Flugblätter in Zukunft “geordneter” im Postkasten landen und die Kunden davon abhalten, mittels Aufkleber die Zustellung der Werbeblätter zu verweigern. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Übersetzt heisst das, dass die Post sich einen Dreck um die Wünsche ihrer Kunden schert, auch wenn auf diese ausdrücklich hingewiesen wird. Man legt damit jeglichen Skrupel vor dem Postfach ab und zeigt eine Respektlosigkeit, die wohl einzigartig ist. Und da wundern sich die jeglicher Realität entrückten Vorstände, warum die Leute einfach nur mehr Brechreiz kriegen wenn sie ihre Münder öffnen.

vanilleblau tagged this post with: , , Read 1472 articles by
2 Statements Dein Statement
  1. crooks sagt:

    Soll das heißen, die Dinger werden adressiert?

    Mein Tipp: Adresse ausstreichen, Fett draufschreiben: Annahme verweigert und ab in den nächsten Briefkasten. Der Absender wird sich das zukünftig gut überlegen Dir nochmal was zukommen zu lassen.
    Ich habe mit der Methode schon sehr gute Erfahrungen gemacht.

  2. vanilleblau sagt:

    @crooks: Ändert auch nichts wenn sie das alles adressieren (was trotzdem verboten wäre). Werbemüll bleibt Werbemüll. Den ich einfach nicht im Postfach haben will.

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