Internetpolizei & Sammelwut

Die österreichische Innenministerin Mikl-Leitner will jetzt unsere Jüngsten vor dem bösen Internet, im Konkreten vor Facebook schützen und plädiert dafür, dass die “Internet-Polizei” Aufklärungsarbeit an den Schulen unternimmt. Ja, wir haben tatsächlich bereits 300 Internet-Polizisten die aufpassen, dass da alles korrekt zugeht drin, im Internet. Dazu muss ich gleich mal sagen: Ich mag diese Frau nicht. Weil sie einerseits eine Ahnungslose ist und andererseits am liebsten überhaupt jedem Bürger alle Persönlichkeitsrechte absprechen würde wenn sie könnte. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ich für sinnvoller erachten würde wäre, wenn die andere Ahnungslose, nämlich unsere “Unterrichts- und Bildungsministerin” endlich einmal aufwachen und in Zusammenarbeit mit all ihren verstaubten, ewig gestrigen Mitarbeitern dafür sorgen würde, dass unser Schulsystem endlich auch im 21. Jahrhundert ankommt. Mit entsprechenden Unterrichtsfächern, die für das zukünftige Leben unserer Jüngsten von Relevanz sind und sich darin mit der virtuellen Welt und all ihren Social Media-Bereichen inklusive aller “Nebenwirkungen” auseinandersetzt. Ist es heute schon so gut wie unmöglich ein vollwertiges Leben ohne Internet zu führen, so werden die heute 6-10-Jährigen in zehn Jahren ohne Internet erst gar nicht lebensfähig sein. Wäre unter Umständen sinnvoller als die Kraft dafür zu vergeuden die Bundeshymne umzuschreiben um endlich auch die Frauen in den Text aufzunehmen. Welch Errungenschaft.

Ach ja, noch etwas; seit Montag haben wir es in Österreich endlich auch geschafft ein Land von 8 Millionen Generalverdächtigen zu sein. Alles (die gesamten Verbindungsdaten von Telefonaten, e-Mails, Internetverbindungen wann, wohin, wie lange, etc.) wird aufgezeichnet und gespeichert. Um uns vor bösen Terroristen zu beschützen. Obwohl die zuständigen Verantwortlichen noch nicht einmal die erforderlichen Strukturen dafür geschaffen haben, wird das trotzdem umgesetzt. Pfeif auf irgendwelche Rechte. In Zukunft werden auch die Österreicher in erster Linie ihre Unschuld zu beweisen haben und nicht wie es sein sollte, der Staatsanwalt die Schuld eines möglichen Verdächtigen. Willkommen im neuen faschistischen Reich der Bananenrepublik Österreich.

Ich hätte da übrigens noch einen Vorschlag für die Prätorianer: Warum nicht gleich auch einen Chip an der Wohnungs-/Haustüre anbringen der aufzeichnet wann ich mein Heim verlasse und mittels GPS meinen Zielort zu speichern? Ich meine, ich habe ja nichts zu verbergen, kann ja jeder wissen wann ich mich aus dem Haus begebe und wohin ich gehe oder fahre. Ist ja nichts Schlimmes, oder? Warum nicht überhaupt alles aufzeichnen was ich wann, wo, mit wem und wie in meinem Privatleben so mache. Ich tu ja nichts Verbotenes und “habe nichts zu verbergen”, also kann mir auch nichts passieren, oder? Schönen Gruss an alle die so denken, denn die sind es die solche Methoden erst zulassen. Wie sagte schon der weise Benjamin Franklin?

„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Genau DAS ist jedoch bereits passiert. Und alle applaudieren noch dazu.

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