Bankomat in Ketten

Österreichische Banken können einem heute schon wirklich leid tun. Nicht nur, dass jetzt auch noch die Bankenabgabe eingeführt wird, raubt man ihnen das liebe Geld sogar noch vor ihren Augen. Man “entreisst” es den armen Banken buchstäblich und sorgt für eine mediale Aufmerksamkeit die sie so gar nicht haben wollen. Wie sie doch generell so wenig Aufmerksamkeit wie möglich haben wollen. In Zeiten wie diesen.

Jetzt aber rüttelt man sogar an ihren Fundamenten und reisst aus diesen die reich gefüllten Geldmaschinen namens Bankomat. Jene Geldscheine spuckenden Automaten die den “Noch-Nicht-Hoffnungslos-Verschuldeten” und ihre Konten im Plus führenden Individuen in höchster Not zu Bargeld verhelfen sollen. Doch nichts da. Rotzfrech sind die Diebesbanden aus dem bösen Osten unterwegs und scheren sich weder um Kameras noch um sonstige nicht aktivierte Alarmvorkehrungen. Rein ins Foyer, Kette um die Kiste und mit Karacho aus der Verankerung gerissen. Statt mit zwölf nur mit 6 Bolzen “gesichert” (man muss ja sparen, in Zeiten wie diesen) und statt mit billiger Elektronik zur einfachen Ortung ausgestattet, nicht einmal ein Zettel für den Finder hinterlassen. Welch Verschwendung harter, aber gut versicherter Währung.

Per Pressesprecher teilt man mit, dass man den steigenden Entwendungen mit geringeren Füllmengen und damit einer geringer zu machenden Beute entgegen wirken will. Was, um es vornehm auszudrücken, von jeglicher natürlich gewachsenen Intelligenz befreit ist. Soviel Dummheit kann man sich nicht einmal erschleichen. Dass sich der Kunde mittels solcher Aussagen auf gut wienerisch “g´häkelt” (=verarscht) vorkommen muss, sollte demnach nicht verwundern.

Persönlich habe ich bereits mehrmals die Erfahrung gemacht, dass ich am Sonntag Geld beheben musste und man seitens der Befüller (im Auftrag der Banken?) derart dreist ist, dass an bestimmten Tagen nur 100 Euro-Scheine ausgegeben werden. Basta. Entweder hat man die Kohle oder nicht. Wer weniger hat ist zwar liquide, aber Kohle gibt es trotzdem nicht. Was vielleicht ein Grund für diese bösen Diebe sein könnte die Dinger einfach mit zu nehmen. Da hat man Geld und kommt nicht ran? Welch ein Skandal.

Ich verstehe immer mehr warum mein Freund die Scheine in der Schachtel hortet. Die paar Promille an Verzinsung machen ihn nicht reicher und die Inflation nicht wirklich ärmer. Von daher ist es sicherer, zu jeder Zeit “flüssig” zu sein. Um nicht im Notfall vor einem leeren Loch zu stehen, wo eigentlich ein Bankomat erwartet wurde.

vanilleblau tagged this post with: , , Read 1472 articles by
2 Statements Dein Statement
  1. Wolfgang sagt:

    Das ist alles noch gar nichts. Was glaubst du, was man mit deutschen Bankautomaten so alles anstellen kann?

    Informative Bankomaten

  2. vanilleblau sagt:

    Die sehen ja tatsächlich aus als fühlten sie sich einsam :)

Hinterlasse dein Statement




FÜR WEINFREUNDE & GENIESSER

STICHWÖRTER